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Hermann Tast

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Die Reformation Martin Luthers wäre nicht möglich gewesen ohne seine vielen Mitstreiter, ohne zahlreiche Freunde und manche Obrigkeit, die ihn unterstützten und für die Verbreitung der neuen Lehre sorgten.

Zu den vielen gehört auch Hermann Tast, der im damaligen Landesteil Schleswig, genauer: in seinem westlichen Bereich, dem heutigen Nordfriesland, für die Verbreitung und Durchsetzung der reformatorischen Lehre sorgte.

1490 wurde Hermann Tast in Husum geboren, vermutlich in einem Haus in der Süderstraße.

1511 hat Hermann Tast im damals noch katholischen Wittenberg studiert, und vielleicht Martin Luther als eben von der Romreise mit kritischen Berichten heimgekehrten Mönch erlebt.

1514 ist er bereits Geistlicher an der St.Marienkirche in Husum, wo er Dienst an einem der 19 Altäre versah.

In den folgenden Jahren muss ihn die reformatorische Lehre immer intensiver erreicht haben. Viele Theologiestudenten, die vermehrt aus Husums Bereich in Wittenberg studiert hatten, werden von den sich überstürzenden Vorgängen dort berichtet haben.

1522 hält Hermann Tast jedenfalls die erste evangelische Predigt in Husum, die ihm allerdings ein sofortiges Redeverbot einbringt.

Doch Husumer Bürger, Matthias Knutzen und dessen Frau stellten ihm Räume in ihrem Haus in der Süderstraße als Predigtstätte zur Verfügung.

Die große Zahl der Besucher zwang Hermann Tast bald, im Freien auf dem Gelände der Marienkirche zu predigen.

1524 hält Hermann Tast die erste evangelische Predigt in Eiderstedt in Garding.

Die reformatorische Botschaft von der Liebe Gottes, die keine Leistungen zur Vorraussetzung macht, weil niemand vor ihm durch Leistung bestehen kann, die bedingungslos jedem zuteil wird, zieht immer größere Kreise.

Die Ausbreitung dieser Botschaft ist nicht zuletztdurch ein Toleranzedikt des dänischen Königs Friedrich I vom 7.8.1524 gefördert worden. Zusätzlich wurden vom König so genannte “Schutzbriefe” ausgestellt, die Übergriffe von katholischer Seite verhinderten.Der Sohn Friedrichs I, der spätere König

Christian III wird schließlich zum entscheidenden Förderer der Reformation, zunächst von Hadersleben aus, dann mit seiner Machtübernahme 1536 im gesamten Herrschafts- bereich.

Hadersleben, von wo aus Christian III regiert, wird geradezu ein “Wittenberg des Nordens”, als dort Geistliche in der reformatorischen Lehre unterrichtet und über deren Umsetzungvor Ort geschult werden.

Von Hadersleben aus bereitet Christian III schließlich die neue Kirchenordnung vor, die nach ihrer Genehmigung durch Bugenhagen und Luther und der Zustimmung des Landtages in Rendsburg 1540 für das dänische Königreich als verbindlich eingeführt wird.

Nachdem 1527 in Husum die reformatorische Wende als abgeschlossen angesehen werden kann, ist sie dies spätestens nach 1540 also im gesamten Königreich.

So haben sich die “Reformation von unten” (Hermann Tast) und “von oben” (Christian III) erfolgreich ergänzt. Hermann Tast wird 1538 zum Propst und Visitator für das südwestliche Schleswig ernannt. In dieser Funktion ist er auf der damals vor der Sturmflut von 1634 noch großen Insel Strand gewesen (in Odenbüll) und in Ostenfeld sowie vielen Orten des heutigen Nordfriesland.

Auch als Theologe hat Hermann Tast an wichtigen Entscheidungen mitgewirkt, etwa an der Flensburger Disputation, eine Auseinandersetzung mit dem Pellwormer Melchior Hofmann, sowie an der Erstellung der schon erwähnten Kirchenordnung in Hadersleben.

Am 11.5.1551 stirbt Hermann Tast und wird in der Marienkirche beigesetzt. Die Ergebnisse der Reformation im Norden:

  • die Befreiung der Menschen von tief greifenden Ängsten, die Unmittelbarkeit jedes Einzelnen zu Gott und der ihm ohne Ausnahme der Person geltenden liebevollen Zusage.

  • die Neuordnung der gesamten kirchlichen Verhältnisse

  • die Einrichtung der ersten bürgerlichen Schule in Schleswig- Holstein durch Hermann Tast, der Husumer Gelehrtenschule

  • die Freisetzung vieler Gelder nicht zuletzt mit positiven sozialen Folgen.